Hallo meine Lieben,
Wie versprochen kommt hier schon der letzte Beitrag aus Amerika. Es ist nichts wirklich Spannendes passiert, ich wollte euch einfach mal über meine Emotionen und Gedanken berichten, da ich ja diese Woche schon nach Hause fliege.
Montag, 23.05.:
Jetzt geht es wirklich schon rasend schnell dem Ende zu, denn die letzte Schulwoche hat bereits begonnen. Wirklich Unterricht haben wir nicht mehr, darum ist es auch ziemlich entspannt. Ich weiß jetzt schon, dass der Abschied von meinen Freunden am Freitag alles andere als leicht werden wird… Da werden die Tränen nur so fließen! Aber immerhin habe ich noch 5 Tage.
Freitag, 27.05.:
So, jetzt ist der letzte Schultag in Amerika gekommen und es war wirklich verdammt schlimm mich von allen zu verabschieden. Dieses Gefühl, wenn man zu jemandem tschüss sagen muss und weiß, dass man diese Person vielleicht zum letzten Mal sieht… Es war nicht nur schlimm, es tat weh. Hier habe ich Freunde für´s Leben gefunden und ich fühlte mich, als ob ich einfach mitten drin rausgerissen wurde. Den ganzen Tag konnte ich meine Tränen noch zurückhalten. Natürlich musste ich mich von vielen lieben Menschen verabschieden, da die Amerikaner ja jede Stunde den Klassenraum wechseln. Eine Sache kam mir dann aber auch etwas seltsam vor: Selbst die Lehrer haben ihre Schüler umarmt und tschüss gesagt, in Deutschland wäre das unvorstellbar! Aber so ist einfach die Mentalität der Amis. Am Schwersten fiel mir die Verabschiedung von meiner Spanisch Klasse, von Chef und der Klasse und von meinem Volleyball Team. Mein Team hatte dann eine etwas spezielle Verabschiedung für mich. Sie bewarfen mich mit Bällen von allen Seiten, eine Tradition, die man eigentlich nur am Geburtstag erfahren darf! Danach gab es dann noch eine Gruppenumarmung mit den Coaches und mir in der Mitte.
Die ganze Woche schon ging ich rum und sammelte Briefe von meinen Freunden ein, die ich dann erst im Flugzeug nach Hause lesen werden. So ein kleines Buch hab ich schon von Deutschland mitgebracht und fand diese Idee echt schön. Obwohl die Amerikaner ziemlich faul sind konnte ich am Ende dann doch ein kleines Buch mit immerhin 18 Briefen zusammenstellen, worüber ich mich sehr freute.
Den ganzen Tag konnte ich meine Tränen zurückhalten, aber als ich mich dann auf den Weg nach Hause machte nach der Schule, drehte ich mich noch einmal herum und sah meine Schule dort im Nachmittagslicht liegen, da überkam es mich einfach. Ich konnte die Tränen nicht mehr unterdrücken und weinte fast den ganzen Weg nach Hause… Es ist einfach unheimlich schwer den Gedanken, dass man das alles hier zum letzten Mal als Schülerin der Americas High School sieht zu verkraften! Trotzdem freue ich mich schon auf die Ferien mit meiner Gastfamilie.
Montag, 30.05.:
Nun habe ich endlich Ferien, die ich mir ja eigentlich nicht wirklich verdient habe bei dem einfachen Schulstoff. Aber wer freut sich denn nicht über die Sommerferien, dass ist doch das worauf man ein ganzes Jahr hinarbeitet! Man kann uns Schülern hier auch wirklich nicht mehr zumuten bei diesem Wetter zur Schule zu gehen. Es ist jetzt jeden Tag schon morgens weit über 30 Grad, nächste Woche erreichen wir dann sogar einen Tag die 40 Grad Marke, also viel zu heiß, um noch in die Schule zu gehen. Den Abschiedsschmerz von Freitag habe ich jetzt auch so weit verarbeitet. Ich habe jetzt diese Woche noch Zeit meine Ferien zu genießen, denn am Wochenende muss ich schon anfangen meine Koffer zu packen. Ich habe einfach viel mehr stuff, als ich dachte. Das in einen kleinen und einen großen Koffer zu bekommen wird nochmal eine Hürde am Ende! Aber „Merle schafft das“ wie ich als Kind schon zu sagen pflegte. 🙂
Donnerstag, 02.06.:
Schon um 6 Uhr morgens fuhren Via und ich mit Mom zu ihrer Freundin. Mom wird nämlich über´s Wochenende mit 3 ihrer Freundinnen zu einem Konzert weiter weg fahren. Das heißt, Via und ich haben das Wochenende für uns, was ja auch mal ganz schön sein kann. Schließlich sind wir ja Schwestern! Was ich etwas traurig finde, dass ich meine Gastmutter dadurch nur noch nächste Woche ein bisschen sehen kann und dann schon fliege. Nachdem wir Mom erfolgreich „losgeworden“ sind, wie Via sagt verbrachten wir den Tag im Pool. Abends kam Via´s Freund noch vorbei und wir schauten einen Film.
Freitag, 03.06.:
Nach einem entspannten Morgen fuhren wir mittags mit Oma Martha einkaufen, denn ihr groß Einkauf stand mal wieder an und wenn Oma ruft, springt man ja sofort! 😉 Meine Schwester hat ja schon ihren Führerschein und brachte auch ihr Auto mit von Galviston, sodass es kein Problem war unsere Oma schnell zu fahren. Ich opferte mich dann auch ihr zu helfen, schließlich ist unsere Oma ja immer ziemlich witzig drauf und nebenbei lerne ich ja jedesmal ein bisschen mehr vom Spanisch. Ich hatte auch schon länger vor mir die Haare zu färben/tönen, hatte aber nie die passende Farbe gefunden. Auf dem Rückweg von Oma´s Haus hielten wir am Walmart, wo ich endlich die passende Farbe für meine Haare fand. Rot sollte es sein! Wenn man schon mal im Land der unendlichen Möglichkeiten ist, muss man auch mal etwas wagen und etwas verrücktes tun. Abends färbte mir meine Gastschwester dann meine Haare ein und was am Anfang noch ziemlich mies aussah wurde später echt schön. Ich konnte gar nicht mehr aufhören meine Haare anzuschauen! Eigentlich wollte ich meine Eltern in Deutschland damit ein bischen schocken, da ich ja sonst noch aussehe wie immer, aber ich musste euch das jetzt einfach mal erzählen! Ich hätte nie gedacht, dass mir rote Haare so gut stehen und dass es auch bei anderen gut ankommt. 🙂
Samstag, 04.06.:
So ein Wochenende ohne Eltern ist doch etwas schönes: Keiner, der um sieben Uhr morgens auf die Idee kommt Wäsche zu waschen, oder auf der Treppen rumzulaufen die sich über meinem Zimmer befinden und keiner der uns mit lieblosem Rumgeschreie aufweckt.. Den ganzen Tag verbrachte ich damit meinen Koffer schon mal weitgehend fertig zu packen, da ich nächste Woche nicht viel Zeit haben werde. Via war bis nachmittags bei ihrem Freund. Abends kam sie mich dann abholen und wir fuhren gemeinsam zu Janahy. Aaron war bei einem Freund, deswegen konnten wir 3 Mädchen einen gemütlichen Filmabend machen. Wir schauten den Film „Burlesque“ über ein junges Mädchen, dass sehr gut singen kann und unbedingt ihr Talent in Hollywood auf den großen Bühnen zeigen will. Ein ziemlich schöner Film, allerdings war ich wieder pretty much Außenseiter, weil Via und Jan den Film schon tausend mal gesehen haben und wie immer alle Lieder auswendig wussten. Ich liebe es einfach mit den beiden etwas zu unternehmen, denn es gibt einfach immer eine Menge zu lachen! 2 ältere Schwestern zu haben ist wirklich etwas schönes. Die Nacht schliefen wir dann in Jana´s Haus, weil Via ja nicht mitten in der Nacht noch nach Hause fahren konnte.
Sonntag, 05.06.:
Den Vormittag verbrachten Via und ich Zuhause, weil Jan und Aaron wie jeden Sonntag zu Aaron´s Eltern fuhren und wir nicht mitgehen wollten. Um 2 fuhren wir dann zu Oma Martha´s haus, wo es mein Lieblingsessen gab, da das ja der letzte Sonntag sein wird, den ich bei Oma verbringe… Sie kochte Flautas (gerollte und gebratene Tortillas) und Jan brachte extra für mich Rachas con Queso, mein absolutes Lieblingsessen!! Es war einfach toll nochmal einen so schönen Tag mit meiner Familie zu verbringen. Später fuhr ich mit Janahy und Aaron zu den Bergen. Dort fuhren wir mit einer kleinen Gondel bis an die Spitze des Berges. Dort hatte man eine super Aussicht auf die ganze Stadt! Es war so ein bisschen wie ein „Drei Länder Eck“, doch in dem Fall waren es der US Staat Texas, der Staat New Mexiko und das Land Mexiko, die man von dem Berg aus sehen konnte. Die kleine Seilbahn wackelte zwar bedenklich, aber für die Aussicht hat sich das Risiko gelohnt! Gesättigt und fröhlich fuhren wir dann wieder nach Hause.
Montag, 06.06.:
Pooltag!! Morgens machten wir gemeinsam den Pool sauber, um dann den Rest des Tages darin zu verbringen. Gestern Abend ganz spät kam dann auch meine Gastmutter wieder, worauf ich mich ehrlich gesagt auch ein bisschen freute. Mit Via war es toll, aber mir ist Mom doch schon ziemlich an´s Herz gewachsen, da bin ich froh, dass sie wieder gesund und munter nach Hause gekommen ist. Abends wurde es dann noch einmal sehr emotional, denn wir gingen mit ganzen Familie essen. Alle waren dabei, außer meinem lieben Tio (Onkel), der musste leider arbeiten. 😦 Das Essen war wirklich lecker, aber für mich viel zu viel, denn am Wochenende habe ich so gut wie nichts gegessen. Via und ich hatten einfach keine Lust zu kochen und Hunger auch nicht! Das tat aber auch mal ganz gut, denn von Essen hab ich wirklich erstmal genug… Ich genoss es wirklich den Abend mit meiner Familie zu verbringen, denn die werde ich jetzt das letzte Mal sehen. Und wieder hieß es Abschied nehmen… Ich hasse diesen Moment! Mit meinen Gasteltern habe ich zwar noch bis Donnerstag Zeit, aber auch von ihnen muss ich mich irgendwann noch verabschieden… Und wer weiß, wann ich wiederkomme. Es war einfach unglaublich mit wie viel Liebe und Herzlichkeit ich hier von allen aufgenommen wurde. Ich wurde ein Teil der Familie und der Fakt, dass nicht das selbe Blut durch meine Adern fließt zählt schon gar nicht mehr. Diese Menschen, die dort mit mir an einem Tisch saßen sind einfach unfassbar toll, jede und jeder einzelne auf seine ganz eigene Art und ich hab sie furchtbar gern! Als ich im Auto saß begriff ich auch, dass das jetzt das Ende war. Ich hab zwar noch ein paar Tage hier left, aber meine Familie werde ich trotzdem nicht mehr sehen. Obwohl es mir unheimlich schwer fällt muss ich mich jetzt wirklich langsam auf den Rückflug vorbereiten…
So, damit der Beitrag nicht allzu lang wird schreibe ich das Nachwort jetzt einfach mit in den Englischen Part. Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und der nächste Beitrag kommt dann schon bald aus Deutschland!
I literally don´t have any more words for the thoughts in my head. There is so much stuff going on, I pretty much lost myself. All these goodbyes at school and at home… It´s just too much. Leaving someone behind always hurts but leaving a whole bunch of people behind can break someone down. Why can´t the time stop for a few weeks? Ay no, this whole situation is just messed up. On one side I am more than just sad to leave everybody here behind but on the other side I am kind of happy to see my old friends and family in Germany. I think what gets me is the fact that I probably never see these people here again, at least the ones in my school. My people in Germany I am going to see all my life long, which is also really nice not denying that but they people here got close to me too. The little book they made for me was such a cute idea I truly appreciated. That was when I realized I am not “no matter” to my friends. Well, it is always good to know if someone really cares about you! Thankfully I had a bunch of those “someones”. Americans are sometimes really lazy and unorganized (yes, even worst than me) but I understood that this doesn´t mean they don´t care about me. It´s their mentality, they way they are. Suck it up or leave how my friends would say. 😉 At this point I want to thank some of those amazing persons! A huge THANK YOU to all my classes, and Tikayla, Sandy, Lumi, Don, Michelle, Judith, Itahy, Savannah, Noah, Sal, Sergio, Sky, Jimmie, Peacock, Isabelle, and of course Coach Halloway, Reno, T, Gomez, Miss Sosa, Miss Renteria, and last but not least Chef Dean! If anyone reads this: Guys you are f***** great and I love you so!!! Alright I just wanted to write down all my thoughts and feelings during this last week here in Texas and I hope you don´t think I am drama queen right here! I can only say: Challenge yourself, take the risk, and do an exchange year. Maybe than you will understand what I am talking about… 🙂
Take care, I´ll see you in Germany!!
Hey, du hast einen richtig tollen Blog und gibst dir bei jedem Post richtig Mühe. Ab nächstem Jahr werde ich auch mit AIFS ein Jahr nach Amerika gehen. Wenn du möchtest, kannst du ja mal vorbeischauen. Würde mich darüber echt freuen:)
Mein Blog: https://oneyearandmyadventure.wordpress.com
Schöne Grüße
Anne
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